Android Dev Summit, October 23-24: two days of technical content, directly from the Android team. Sign-up for livestream updates.

Apps so gestalten, dass sie zu mehr Conversions führen

Google hat umfangreiche Forschungen zur Nutzererfahrung durchgeführt, um festzustellen, was Nutzer zu Conversions motiviert. Dabei wurden verschiedene Apps in mehreren Branchen untersucht, u. a. E-Commerce, Versicherungen, Reisen, Lebensmittel-Belieferung, Ticket-Vertrieb und -Dienstleistungen sowie Finanzmanagement. Die resultierenden Empfehlungen können dazu beitragen, dass deine App besonders nützlich, relevant und wertgeschätzt wird.

  • Stelle den Nutzen deiner App von Anfang an heraus. Beziehe die Nutzer ein, indem du ihre Bedürfnisse klar ansprichst und Calls-to-Action deutlich hervorhebst. Präsentiere die wichtigsten und neuen Funktionen deiner App im Zusammenhang, damit sie Interesse wecken.

    Richtig:

    "Rent" (Mieten), "Buy" (Kaufen) und "Sell" (Verkaufen) stellen klare Calls-to-Action dar.

    Falsch:

    Die Call-to-Action "Try it now" (Jetzt ausprobieren) ist vage und nicht auf eine bestimmte Aktion ausgerichtet.

  • Organisiere und benenne Menükategorien intuitiv. Menükategorien sollten eindeutig und klar voneinander abgegrenzt sein. Sie sollten sich an den mentalen Modellen für die Kategorien orientieren. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn ein Nutzer als letzte Maßnahme auf ein Menü zurückgreift, nachdem er zuvor die Suchoptionen ausgeschöpft hat.

    Richtig:

    Die Produktkategorien sind eindeutig und führen nicht zu Verwirrung.

    Falsch:

    Die Produktkategorien sollten sich nicht überschneiden, wie es bei "Men's Footwear" (Schuhe für Herren) und "Hiking" (Wandern) der Fall ist.

  • Ermögliche es den Nutzern, unkompliziert einen Schritt zurück zu navigieren. Differenzierte Navigationselemente, z. B. eine sinnvolle Zurück-Navigation, fördern Conversions. Wenn die Nutzer einen Schritt zurück navigieren können und nicht gezwungen sind, wieder im Startbildschirm zu beginnen, wird Frustration vermieden.

    Richtig:

    Mit der Zurück-Navigation gelangen die Nutzer erwartungsgemäß zum vorherigen Schritt im Prozess.

    Falsch:

    Hier führt die Zurück-Navigation aus dem Prozess heraus, was verwirrend ist.

  • Mach es einfach, den Ort manuell zu ändern. Die automatische Standorterkennung mit der Google Places API kann den Nutzern Zeit sparen. Es gibt jedoch Situationen, in denen Nutzer ein Geschäft oder eine andere Einrichtung finden möchten, die nicht in der Nähe liegt.

    Richtig:

    Es wird ein eindeutiges Steuerelement angeboten, mit dem die Nutzer einen Ort auswählen können.

    Falsch:

    Es gibt keine ersichtliche Option, um den Ort zu ändern.

  • Schaffe nahtlose Übergänge zwischen mobilen Apps und dem mobilen Web. Verwende benutzerdefinierte Chrome-Tabs, um einen problemlosen Wechsel zwischen nativen Inhalten und Webinhalten zu ermöglichen. Gestalte ein einheitliches Design und Layout auf beiden Plattformen. Achte auch darauf, dass der Übergang schnell erfolgt und ein Wechsel zwischen den Plattformen nicht zu aufwendig ist.

    Richtig:

    Der Wechsel zwischen der App und der Website erfolgt dank eines einheitlichen Designs und optimierter Geschwindigkeit reibungslos.

    Falsch:

    Die Gestaltung und Interaktion in der App und auf der Website sind unterschiedlich.

  • Stelle das Suchfeld deutlich hervorgehoben dar und richte dich nach den Material Design-Empfehlungen für langfristiges Suchverhalten. Ziehe eine permanente App-Leiste mit einem Such-Widget in Betracht, damit die Nutzer komfortabel nach Inhalten suchen können.

    Richtig:

    Das Suchfeld fällt sofort ins Auge.

    Falsch:

    Die Suchfunktion ist hinter einer Menüoption verborgen.

  • Nutze eine effektive Suchindexierung. Die Nutzer erwarten, dass die In-App-Suche genauso gut funktioniert wie die Google-Suche. Zu deren nützlichen Funktionen gehören eine automatische Rechtschreibkorrektur, die Erkennung von Wortstämmen sowie die automatische Vervollständigung und Vorschläge bei der Texteingabe. Damit wird der Suchprozess beschleunigt, Fehler werden reduziert und die Nutzer werden zur Conversion animiert. Lies die Empfehlungen für die Erstellung einer Such-Oberfläche sowie für das Hinzufügen von nutzerspezifischen Vorschlägen und von Vorschlägen auf der Basis der letzten Suchanfragen.

    Richtig:

    Eine hochwertige Indexierung führt zu zielgerichteten, effektiven Suchergebnissen für die Nutzer.

    Falsch:

    Eine ineffektive Suchindexierung liefert unzureichende Suchergebnisse.

  • Biete Filter- und Sortieroptionen, damit die Nutzer die Ergebnisse eingrenzen und organisieren können.

    Richtig:

    Effektive Filter- und Sortieroptionen für die Eingrenzung der Suchergebnisse sind vorhanden.

    Falsch:

    Es stehen keine Optionen für das Filtern oder Sortieren der Ergebnisse zur Verfügung oder sie sind verborgen, sodass die Nutzer zu viele Artikel ansehen müssen.

  • Liefere Informationen über vorherige Suchvorgänge und Käufe, damit die Nutzer schneller und leichter zum Ziel kommen. Dies ist besonders bei Apps wichtig, die häufig genutzt werden und in denen die Nutzer Suchvorgänge und Käufe wiederholen.

    Richtig:

    Die Nutzer können einen zuvor verwendeten Suchbegriff noch einmal verwenden.

    Falsch:

    Die Nutzer müssen den Suchtext jedes Mal vollständig eingeben, auch wenn sie schon einmal nach denselben Begriffen gesucht haben.

Rezensionen und Produktvergleiche

  • Ermögliche die Sortierung und Filterung von Nutzerrezensionen, damit die Nutzer die "Wahrheit" über einen Artikel herausfinden können. Nutzerrezensionen spielen bei Kaufentscheidungen eine wichtige Rolle. Die Sicherheit der potenziellen Käufer steigt mit der Zahl der Rezensionen. Gestatte die Suche nach den letzten, den positivsten und den negativsten Rezensionen, damit die Nutzer häufige Aspekte erkennen können. Auch verifizierte Rezensionen von Nutzern, die den Artikel gekauft haben, werden geschätzt.

    Richtig:

    Die Nutzerrezensionen können gefiltert und sortiert werden.

    Falsch:

    Filteroptionen für Kundenrezension sind nicht vorhanden oder verborgen.

  • Aktiviere Funktionen zum vergleichenden Einkauf, damit die Nutzer zur Unterstützung der Kaufentscheidung relevante Artikel einfach miteinander vergleichen können. Ohne solche Funktionen sind die App-Nutzer gezwungen, für Vergleichszwecke Artikel in den Einkaufswagen zu legen oder sich diese zu merken, um sie später noch einmal aufzurufen.

    Richtig:

    Die Nutzer können Immobilien direkt miteinander vergleichen.

    Falsch:

    Die Nutzer müssen sich Immobilien merken, die sie miteinander vergleichen möchten.

Zahlungsoptionen

  • Sieh mehrere Zahlungsoptionen über Drittanbieter vor, z. B. PayPal und Google Pay, um die Erwartungen der Nutzer zu erfüllen, zusätzliche Formulare an der Kasse zu vermeiden und für ein Gefühl erhöhter Sicherheit zu sorgen.

    Richtig:

    Mehrere Zahlungsmethoden werden angeboten, damit die Nutzer auswählen können und die Kontrolle haben.

    Falsch:

    Für die Nutzer gibt es nur eine einzige Zahlungsoption.

  • Mach es einfach, Zahlungsmethoden zu bearbeiten und hinzuzufügen. Biete dazu die Eingabe von Kartennummern über ein Nummernfeld oder das Einscannen von Kreditkarten an. Ermögliche es, mehrere Karten hinzuzufügen, und stelle eine Funktion bereit, um zwischen diesen zu wechseln.

    Richtig:

    Die Nutzer können vorhandene, gespeicherte Zahlungsmethoden bearbeiten und neue hinzufügen.

    Falsch:

    Es gibt keine Möglichkeit, Zahlungsmethoden zu bearbeiten oder neue hinzuzufügen.

Registrierung

  • Präsentiere den Nutzern die Vorteile, bevor du sie aufforderst, sich zu registrieren, und fordere sie nur dazu auf, wenn es wichtig ist. Die Nutzer werden sich von einer App abwenden, die sie im Vorhinein zur Angabe personenbezogener Daten auffordert, es sei denn, sie haben davon einen unmittelbaren Nutzen, z. B. bei der Bestellung eines Autodienstes oder einer Lebensmittellieferung. Bei Apps mit einer geringen Markenwiedererkennung oder solchen mit unklarem Wertversprechen ist die Hürde für die Aufforderung zur Registrierung am Beginn der Nutzung höher. Ziehe es in Betracht, zum Zeitpunkt der Conversion die Nutzung als Gast zuzulassen.

    Richtig:

    Eine ansprechende Nutzererfahrung wird bereitgestellt, ohne den Nutzer zur Eingabe personenbezogener Daten aufzufordern.

    Falsch:

    Eine Verpflichtung zur Registrierung am Anfang schreckt viele Nutzer ab.

  • Unterscheide zwischen "Anmeldung" und "Registrierung", damit die Nutzer nicht die falsche Aktion auswählen, wenn sie sich für ein Konto registrieren möchten.

    Richtig:

    Die Oberfläche ist einfach aufgebaut und die Calls-to-Action sind eindeutig.

    Falsch:

    Die unzureichende Unterscheidung bei Calls-to-Action kann zu Fehlern führen.

  • Gestalte die Authentifizierung per Passwort benutzerfreundlich. Erwäge die Nutzung von Sign-in for Android, Smart Lock und Anmeldehinweisen – alles Bestandteile der Google-Identitätsplattform –, um die Anzahl der erforderlichen Authentifizierungsschritte zu minimieren. Du kannst auch die Fingerabdruck-Authentifizierung und ähnliche Verfahren verwenden.

    Richtig:

    Eine effiziente Authentifizierung wie die Anmeldung per Fingerabdruck ist für die Nutzer komfortabel.

    Falsch:

    Eine textbasierte Authentifizierung ist eine häufige Fehlerquelle.

Formulare und Dateneingabe

  • Erstelle benutzerfreundliche Formulare, indem du dich nach den Material Design-Empfehlungen zu Textfeldern richtest und Tools wie die Places API verwendest, um Optionen zur automatischen Vervollständigung anzubieten. Achte darauf, dass das Formular der Vorgehensweise der Nutzer bei der Dateneingabe entspricht. Gestalte Bildschirme, die mehrere Eingabeformate auswerten können, anstatt die Nutzer zur Anpassung an die Einschränkungen der App zu zwingen. Achte außerdem darauf, dass die Formularfelder nicht durch Oberflächenelemente wie die Bildschirmtastatur verdeckt werden. Während der Nutzer die Formularfelder ausfüllt, sollten die Felder auf dem Bildschirm automatisch nach oben wandern.

    Richtig:

    Die Formularfelder gestatten eine flexible Formatierung der Daten und das Formular scrollt beim Ausfüllen automatisch nach oben.

    Falsch:

    Das Format für die Dateneingabe ist vorgegeben: In diesem Fall sind es drei Felder für die Telefonnummer. Außerdem sind die nächsten Formularfelder durch die Bildschirmtastatur verdeckt.

  • Weise sofort auf Fehler im Formular hin und bestätige dem Nutzer, wenn ein Bereich des Formulars erfolgreich ausgefüllt oder überprüft wurde. Teste den Vorgang, um sicherzustellen, dass der Prozess reibungslos und ohne Unterbrechung abläuft.

    Richtig:

    Während der Dateneingabe werden konstruktive Fehlermeldungen im Kontext angezeigt.

    Falsch:

    Die Formulareingabe wird erst nach der Übermittlung überprüft und die Fehlermeldung erfolgt ohne Kontext und konkrete Handlungsempfehlung.

  • Stimme die Bildschirmtastatur auf die erforderlichen Eingaben ab, damit der Nutzer nicht zwischen verschiedenen Tastaturen wechseln muss. Implementiere diese Funktionalität einheitlich in der gesamten App.

    Richtig:

    Für Felder, die eine numerische Eingabe erfordern, wird automatisch eine numerische Bildschirmtastatur bereitgestellt.

    Falsch:

    Der Nutzer muss zuerst auf die Zahlentaste der Tastatur tippen, um die numerische Eingabe zu aktivieren.

  • Stelle in Formularen hilfreiche Informationen im Kontext bereit, um die Nutzer bei der Navigation durch das Formular zu unterstützen. Stelle zum Beispiel bei der Terminplanung einen Monatskalender zur Verfügung, damit es nicht nötig ist, die App auszublenden, um im Smartphone-Kalender nachzusehen. Dadurch verringert sich auch das Risiko, dass der Nutzer durch andere Aufgaben abgelenkt wird.

    Richtig:

    Hilfreiche Funktionen – in diesem Fall Kalender-Widgets – stehen für die Dateneingabe zur Verfügung und relevante erläuternde Informationen sind angegeben.

    Falsch:

    Den Nutzern werden keine geeigneten Dateneingabefunktionen oder Hilfetexte bereitgestellt, um ihnen beim Ausfüllen des Formulars zu helfen.

Nutzererfahrung und Verständlichkeit

  • Verwende die Sprache der Nutzer und folge den Material Design-Richtlinien für das Verfassen von Texten. Verwende allgemein verständliche Begriffe und Wendungen und vermeide markenspezifische Begriffe, die die Nutzer verwirren könnten.

    Richtig:

    Die Terminologie, zum Beispiel "Buy" (Kaufen), "Rent" (Mieten) und "Sell" (Verkaufen), ist klar und enthält keinen unnötigen Jargon, um Missverständnisse zu vermeiden.

    Falsch:

    Unkonventionelle Terminologie, zum Beispiel "Roost" (Rasten), "Migrate" (Weiterziehen) oder "Fly" (Fliegen), kann die Nutzer verwirren und dazu führen, dass Optionen nicht gefunden oder falsch verstanden werden.

  • Füge Labels und Symbollegenden hinzu, um visuelle Informationen zu erläutern. Symbole für ein Menü, einen Einkaufswagen, ein Konto oder die Geschäftssuche sowie für Aktionen wie Filtern oder Sortieren sind nicht universell verständlich. Beschriftete Symbole werden wesentlich häufiger genutzt. Auch Apps, bei denen visuelle Kategorien mit einer Legende erläutert werden, sind für die Nutzer besser verständlich.

    Tipps: Verwende für Symbole mit Text die Klasse Schaltfläche mit dem Attribut android:drawableLeft. Weitere Informationen findest du im Entwicklerleitfaden. Wenn Labels und Beschreibungen zu Symbolen und Schaltflächen hinzugefügt werden, empfiehlt es sich immer, die Apps für alle Nutzer zugänglich zu machen.

    Richtig:

    Mit beschrifteten Symbolen wird sichergestellt, dass die Bedeutung richtig verstanden wird.

    Falsch:

    Symbole ohne Labels werden häufig missverstanden und führen zu Verwirrung.

  • Reagiere auf wichtige Aktionen mit visuellem Feedback. Wenn die Nutzer einen Artikel zum Einkaufswagen hinzufügen oder eine Bestellung übermitteln, kann fehlendes Feedback dazu führen, dass sie im Unklaren sind, ob die Aktion verarbeitet wurde.

    Richtig:

    Aufgrund eines eindeutigen visuellen Feedbacks – hier in Form einer Bestätigungsmeldung – kann der Nutzer sicher sein, dass seine Aktion durchgeführt wurde.

    Falsch:

    Wenn nach einer Aktion kein visuelles Feedback erfolgt, zum Beispiel keine Zahl zum Einkaufswagen hinzugefügt wird, bleibt der Nutzer im Unklaren darüber, ob seine Aktion durchgeführt wurde.

  • Ermögliche es den Nutzern, bei der Betrachtung eines Bildes zu zoomen. Vermeide die Vorgabe einer willkürlichen Vergrößerung, mit der der Nutzer gezwungen wird, einen bestimmten Teil des Artikels zu betrachten, oder die dazu führt, dass das Bild teilweise außerhalb des Bildschirms verschoben wird.

    Richtig:

    Die Nutzer steuern die Zoomstufe und den Zoombereich.

    Falsch:

    Die Zoomfunktion ist auf eine bestimmte Stufe und eine bestimmte Stelle beschränkt, was zu Frustration führt.

  • Frage im richtigen Kontext nach Berechtigungen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Nutzer die erforderliche Berechtigung erteilen, um deine App vollständig nutzen zu können.

    Richtig:

    Der Nutzer wird im Zusammenhang mit einer konkreten Aufgabe nach der Erteilung einer Berechtigung gefragt, nachdem er die Suche nach Geschäftsstandorten angestoßen hat.

    Falsch:

    Der Nutzer wird ohne Bezug auf den Kontext oder die aktuelle Aufgabe nach der Erteilung einer Berechtigung zur Standortermittlung gefragt.